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27.01.2022

Internationaler Holocaust Gedenktag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heute, am 27. Januar 2022, dem 77. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz  gedachte der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma am Denkmal der im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas aller Opfer des Holocaust und der nationalsozialistischen Willkürherrschaft mit einer Kranzniederlegung gemeinsam mit der Kulturstaatsministerin Claudia Roth, ihrer Vorgängerin im Amt Monika Grütters und weiterer Gäste.

 

 

 

Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas:

 

„Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee Auschwitz. Seit 1996 begeht die Bundesrepublik Deutschland diesen 27. Januar als nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Für alle Opfer des Nationalsozialismus, darunter auch die ermordeten Sinti und Roma Europas. Wir gedenken der Millionen ermordeten Juden, der Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen und aller anderen unzähligen Millionen, die unter deutscher Besatzungsherrschaft gelitten haben und ermordet wurden. Mit diesem Gedenken setzen wir zugleich ein Zeichen für die Gegenwart. Gegen Antisemitismus, Antizganismus, Homophobie und jedweden gruppenbezogenen Rassismus.“

 

 

 

Lona Strauss-Dreißig, Holocaust-Überlebende:

 

„Eigentlich habe ich sehr viel Vertrauen in unsere Politik heute. Ich fühle mich geschützt, ich habe keine Angst, dass so etwas nochmal passieren könnte. Aber so langsam hört man es immer wieder: Es wird gehetzt über diese und jene… Es sind immer Hetzreden und Hass dabei. Das ist etwas Schlimmes, das setzt sich in den Menschen fest.“

 

 

 

Helge Lindh; Mitglied des Bundestages

 

Denn die Verbrechen – der Holocaust, aber auch schon die polizeiliche Verfolgung in der Zeit der Weimarer Republik, die Vorgeschichte – hatten auch eine Nachgeschichte: Das ist die Geschichte der Bundesrepublik. Sie ist verbunden mit einer zweiten schweren Schuld, letztlich einer zweiten Ermordung, einer zweiten Verfolgung. Diejenigen, die überlebt hatten und die Nachkommen der Ermordeten, saßen in Behörden, saßen in Polizeistationen, saßen an allen möglichen Stellen in Deutschland wieder denen gegenüber, die sie vorher der Vernichtung preisgegeben hatten. Da entschieden solche, die Handlanger der Verfolgung waren, über „Wiedergutmachungs“-anträge. Und in der Regel wurde Entschädigung, wurde Anerkennung verweigert. Die Geschichte der Bundesrepublik ist eine Geschichte der Nicht-Anerkennung und der erneuten Schuld und der Verbrechen gegenüber den Sinti und Roma. Das muss endlich deutlich bekannt werden.“

 

 

 

Dotschy Reinhardt, Vorsitzende des Landesrates der Sinti und Roma Berlin-Brandenburg:

 

„Erinnern heißt die eigene Stimme gegen Unrecht zu erheben und nicht zu schweigen. Gesetze und Maßnahmen zum Schutz und Förderung von Minderheiten im Land zu schaffen. Denn die Rechtsstaatlichkeit eines Landes lässt sich am Umgang mit den Minderheiten bemessen.“